Heute möchte ich meinen Kauf der Eigentumswohnung mit dir teilen. Ausschlaggebend dafür war dieser Kommentar:

Prinzipiell: Alles 🙂 Motivation des Kaufs, wie du die Immobilie gefunden hast, wie du die richtige Bank gefunden hast, Höhe des Kredits, Eigenkapital, wie viel du nun jeden Monat zahlen musst/wie lange du abbezahlst. Finde es sehr interessant, sich in so jungen Jahren Eigentum zuzulegen.
Ex-Studentin

Dieser Beitrag wird natürlich nicht alles total offenlegen, für weitere Fragen kannst du mir gerne eine E-mail ([email protected]) oder eine Nachricht auf meiner Facebook-Seite senden. Der Kauf wird auch in 3 Beiträge unterteilt:

  1. 1. Die Planung und Gedanken
  2. 2. Der Kauf und die Finanzierung
  3. 3. Die Zukunft und mögliche Szenarien

Der Plan

Ich hatte gegen Mitte/Ende 2015 den Entschluss gefasst, dass ich von Zuhause ausziehen möchte. Gemeinsam mit meiner Freundin diskutierte ich über meinen Entschluss und wir planten das Jahr 2016 zu nutzen um ganz viel zu sparen und gleichzeitig mal den Wohnungsmarkt zu beobachten. Damals entstand die Diskussion, ob Mietwohnung oder Eigentum. Geprägt von unseren Eltern hatten wir viele Argumente für eine Eigentumswohnung, jedoch versuchten wir auch Mietwohnungen gegenüber offen zu sein. Gesagt getan vergingen auch schon die ersten Monate und wir blickten gelegentlich auf diversen Plattformen nach verschiedenen Wohnungen. Wir hatten immer wieder Punkte, welche wir an Wohnungen auszusetzen hatten und so entwickelten wir ein Gespür, was uns wichtig war. Wir wollten nicht im absoluten Stadtzentrum wohnen, die öffentlichen Verkehrsmittel sollten zu Fuß in unmittelbarer Nähe sein, und so weiter… Es war nicht einfach unsere Traumwohnung zu finden!

Planänderung

Doch wie das Leben so spielt, kam dann alles anders als geplant! Im Jänner bekam meine Mutter einen Anruf einer Freundin, welche ihr erzählte, dass sie ihre Wohnung aufgrund eines Umzuges in ein Haus verkauften. Meine Mutter erzählte mir von diesem Anruf und wir vereinbarten einen Besichtigungstermin. Meine Eltern, meine Freundin und ich fuhren im Februar zur Wohnung. Diese lag nicht weit entfernt, genau 7 Autominuten oder wie mein kleiner Bruder herausfand:“9 Minuten mit Vollgas mit dem Rad“! Die Radstrecke führte an der Donau entlang, also bestand keine Gefahr wegen Autos falls sich das jetzt jemand fragt ;-). Aber zurück zur Besichtigung. Wir fanden viele Kleinigkeiten, welche unsere Ansprüche an unsere zukünftige Wohnung war. Sie liegt im Grünen, zu Fuß sind Nahversorger erreichbar, 85qm² inklusive Loggia wären für uns zwei riesig. Doch es war eine Eigentumswohnung und unsere Eltern erinnerten uns, dass wir langfristiger denken mussten.

Welche Freizeitaktivitäten gibt es? Wo ist der nächste Kindergarten oder die Schule? Wie wird sich die Wohnlage dort generell verändern? Wir begriffen, dass eine Eigentumswohnung hieß, dass wir sesshaft werden würden. Ein Wechsel des Wohnorts würde schwieriger werden. Wir mussten uns noch intensiver mit der Verantwortung auseinandersetzen. Auch ein erster Kaufpreis der Wohnung wurden genannt: 290.000 €. Ein ganz schöner Brocken Geld! Auch über die Finanzierung musste nachgedacht werden.

Eigentumswohnung ja/nein? Vorteile!

Die Wohnung gefiel uns. Sowohl die Lage als auch die Aufteilung der Wohnung war perfekt für uns. Somit war es an der Reihe sich weitere Gedanken zu machen. Ich will in Zukunft Kinder, damit musste auch über die Bedingungen für eine Familie nachgedacht werden. Die Krabbelstube ist gleich um die Ecke. Die Volksschule ist in dem Ort meiner Eltern und die Kinder werden mit dem Schulbus geholt und gebracht. Für die nächsten Schulstufen ist die Anbindung mit öffentlichen Verkehrswegen gut. Damit war der Punkt Ausbildung mal abgehackt. Für Spaziergänge, Familienausflüge oder Treffpunkt mit Freunden liegt ein mit 5-minütiger Radtour erreichbarer See. Auch unsere Eltern liegen mit 5 Minuten und 25 Minuten Autofahrt in unmittelbarer Nähe. Für spätere Familientreffen oder falls bei unseren Eltern Hilfe gebraucht wird, jederzeit erreichbar.

Als nächste Überlegung standen mögliche Arbeitswege an. Der kurzfristige Arbeitsweg wäre perfekt. Ich würde 15 Minuten mit dem Rad zur Universität, 15 Minuten mit dem Auto in die Arbeit und ins Training fahren. Meine Freundin würde 10 Minuten mit dem Auto oder 15 Minuten mit dem Rad in die Arbeit brauchen. Auch der Weg zu ihren Freundinnen wäre kürzer. Langfristig würde die gute Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel kurze Arbeitswege ohne Auto ermöglichen und die Nähe zur Autobahn weitere Arbeitswege mit dem Auto beschleunigen. Des Weiteren lag die Wohnung im Erdgeschoss und würde somit auch in hohem Alter gut bewohnbar sein. Parkplätze rund um den Wohnblock waren zu Genüge vorhanden.

Zusätzlich machten wir uns auch über die Freizeitgestaltung in der Umgebung Gedanken. Der See würde uns im Sommer die Nachmittage versüßen und sowohl die Donau als auch ein kleiner Berg in der Nähe würden angenehme Radtouren ermöglichen. Im Winter würde ich entlang der Donau meine Trainingsläufe abhalten können und ein kleiner Garten direkt an der Loggia würde das Bauen von Schneemännern zulassen. Auch eine Rutschbahn für Schlitten und Bob war zu Fuß erreichbar. Also weder im Sommer noch im Winter würde uns die Möglichkeiten ausgehen.

Die Nachteile

Uns fiel es schwer gravierende Nachteile zu finden. Erstens waren wir überwältigt und nach einigen Tagen sagten wir uns auch, dass wir doch nicht unsere erste Besichtigung gleich kaufen sollten. Doch dem war schnell Abhilfe geschaffen. Wir bzw. meine Eltern besichtigten noch weitere Wohnungen und fotografierten uns diese. Doch es war keine dabei, welche uns so gut gefiel. Nun versuchten wir auch die Nachteile dieser Eigentumswohnung zu finden. Als Erstes wurde uns klar, dass wir mit 2 Kindern ein weiteres Zimmer brauchen würden oder wir dann ins Wohnzimmer übersiedeln müssten. Das würde uns natürlich nicht so gut gefallen. Des Weiteren war das Wohnhaus schon 16 Jahre alt. Hier würden mögliche Reparaturen auf uns zukommen.

Auch würden wir mit 24 und 23 Jahren unsere Flexibilität einschränken. Eine Eigentumswohnung ist eine große Entscheidung, das war uns bewusst. Das Zusammenwohnen mit mehreren Parteien in einem Haus war in unserem bisherigen Leben anders. Klar Mama und Papa hatten in unserer Wohnsituation auch eigene Stockwerke im Haus. Aber das ist ganz anders als mit fremden Familien. Ebenso stellten wir uns die Frage, welche Rechte und Pflichten wir durch den Wohnungskauf erwerben würden. Wer putzt das Stiegenhaus? Wer pflegt den Rasen vor der Loggia. Ein weiterer Punkt war, dass ein Kredit uns finanziell in eine neue Situation bringen würde. Auch wer kauft die Wohnung und wie wird das ganze bei einer Trennung aufgeteilt musste besprochen werden. Schon komisch über eine mögliche Trennung nachzudenken, obwohl man eine Wohnung kauft, das kann ich euch sagen! Doch die Thematisierung war wichtig um möglichen Streitigkeiten vorzubeugen.

So das war’s mit dem ersten Teil, ich werde spätestens nächste Woche den Kauf und die Finanzierung beschreiben. Ich hoffe, dass ich dir einen Einblick in unsere Gedanken geben konnte. Ich habe sicherlich einige vergessen, bitte verzeih es mir.