Ich bin sehr stolz auf meine heutigen Interviewgäste: Die Beziehungs-Investoren! Sie sind für mich nicht nur Bloggerkollegen sondern auch Vorbilder in Sachen Beziehung und Finanzthemen. Sie schreiben Beiträge über Investitionen in diese beiden Bereiche. Es ist sehr erfrischend ihre Beiträge zu lesen und ich empfehle euch ihre Beiträge zu lesen. Aber nun genug, ab ins Interview:

Wer bist du und was machst du?

Wir sind in der Tat zwei Personen – die beiden, die hinter dem Blog Beziehungs-Investoren stecken:

Marielle – ich bin mit 24 Jahren der jüngere Teil unserer Beziehung. Im Leben abseits des Internets arbeite ich in der Personalentwicklung einer Unternehmensberatung in Frankfurt am Main. Bis Ende des Jahres bin ich berufsbegleitend noch mit meinem Masterstudium beschäftigt. Beides macht mir sehr viel Spaß und dennoch ist das Bloggen nebenher bereits nach kurzer Zeit ein fester Bestandteil meiner Tage sowie ein toller Ausgleich geworden.

Mike – ich bin lebenslustig, neugierig und mag sehr gutes Essen. Mit 29 Jahren bin ich dann wohl der ältere Teil unserer Beziehung. Hauptberuflich bin ich beim Träger einer Grundschule tätig. Dabei arbeite ich mit Lehrern während des Unterrichts zusammen und gestalte und entwickle diesen mit. Hinzu kommen Aufgaben in der Nachmittagsbetreuung sowie die Gestaltung von Sportangeboten, AGs, Projekten und Ferienevents.
In meiner Freizeit bin ich zusätzlich in einem Mehrspartenverein ehrenamtlich tätig. Dort setzen wir ebenfalls Events wie Entenrennen oder Public Viewing um, kümmern uns aber auch um übergeordnete Vereinsziele und dessen Außenbild.
Das gemeinsame Bloggen und der bisher überwältigende Zuspruch ist ein tolles neues Projekt. Zeitgleich ist es unser erstes, das wir so zielstrebig gemeinsam umsetzen.

Was ist deine Meinung zum Thema Aktien und Geldanlage?

Das Auseinandersetzen mit Aktien und Geldanlagen ist elementar, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Klar man kann auch anders für die Zukunft vorsorgen – aber irgendwie sollte es jeder tun. Keiner kann voraussehen, in welcher Form die Renten- und Vorsorgestruktur in 30, 40 oder 50 Jahren existieren wird. Hier heißt es eigenverantwortlich zu handeln, um nicht am Ende mit leeren Händen, Stress und einem Gefühl der Empörung dazustehen.

Aktien sind eine Möglichkeit aktiv an der Wirtschaft zu partizipieren ohne direkt in jedem Unternehmen aktiv mitarbeiten zu müssen. Außerdem ist es einfach spannend sich mit der Börse und anderen Geldanlagemöglichkeiten zu beschäftigen. Ein netter Nebeneffekt ist das Kennenlernen der unterschiedlichen Aktiengesellschaften in Deutschland und deren Vernetzung. Es ist immer wieder spannend zu sehen, wer zu wem gehört oder wer mit wem kooperiert. Wir lernen Unternehmen dadurch von einer ganz anderen Seite kennen.

Und als Paar kann auch dieses Thema als neues Hobby die Beziehung wahnsinnig bereichern – sowohl durch den Austausch als auch die ersten gemeinsamen Anlageerfolge. Jedes Paar sollte sich ohnehin gemeinsame Gedanken zum Thema Finanzen und damit auch zu Anlagestrategien machen, um am Ende nicht enttäuscht zu sein.

Wer ist dein größtes Vorbild und wieso?

Marielle: Ich habe kein Vorbild. Es gibt natürlich Personen, die ich für bestimmte Bereiche ihres Lebens bewundere – aber niemanden, dem ich in allen Dingen nacheifern will. Ich will meinen eigenen Weg gehen und habe dafür genaue Vorstellungen, wie mein Leben verlaufen könnte, sodass ich am Ende zufrieden bin und dann hoffentlich als Vorbild für andere dienen kann.

Mike: Ein direktes Vorbild habe ich auch nicht. Also ich kann nicht sagen: „Diese Person, das ist mein Vorbild!“ Vielmehr ist es so, dass viele unterschiedliche Personen bestimmte Eigenschaften verkörpern nach denen ich selbst strebe und dann versuche von ihnen zu lernen, um meinen eigenen Weg zu gestalten und meinen Sinn im Leben zu verfolgen.
Dazu gehören zum Beispiel Zielstrebigkeit, Kreativität, außerhalb der Norm zu denken und sich zu bewegen, Loyalität, Drang zur Veränderung, Willensstärke, Ausdauer, Hilfsbereitschaft und so manches mehr.
Am Ende meines Lebens will ich stolz sein auf das was ich mit anderen geschaffen habe und nicht denken: „Ach hätte ich das doch nur mal gemacht oder hätte ich mich nur getraut.“

Was sind für dich die drei wichtigsten Dinge im Leben und wieso?

Marielle: Die drei wichtigsten Dinge sind für mich nicht materiell und somit nicht als Ding zu bezeichnen. Die drei Erfahrungen in meinem Leben, die mich am meisten geprägt haben, sind aber sicherlich mein Auslandsschuljahr in Neuseeland, in das ich mit 15 aufgebrochen bin. Der leider viel zu frühe und plötzliche Tod von meinem Papa und meine nicht immer einfache, aber jede Anstrengung werte Beziehung mit Mike. Alle drei Dinge / Lebensphasen haben mich enorm geprägt, sowohl positiv als auch negativ. Sie haben mich zu dem Menschen werden lassen, der ich heute bin und alles drei wird mich mein Leben lang begleiten.

Mike: Ich denke auf diese Frage gibt es (mindestens) zwei verschiedene Arten zu antworten. Da mir diese sofort einfallen, werden es insgesamt sechs „Dinge“ werden.
Die bisher drei wichtigsten Dinge (Erfahrungen) in meinem Leben: An erster Stelle steht mein einjähriger Auslandsaufenthalt in den USA. Dieser hatte damals dazu gedient, mich persönlich weiterzuentwickeln und führte ultimativ dazu, dass ich meine alte, unliebsame Identität abgelegt und mit einer neuen, meinen Vorstellung entsprechenden Identität zurückgekommen bin. Als zweites würde ich die Beziehung zu meinem bereits verstorbenen Opa nennen. Die einprägsamste Situation war der Abschied in die USA als ich ihn zum ersten Mal habe weinen sehen und dies so viel aussagte. Als Drittes stehen die letzten 6,5 Jahre und damit die Beziehung mit Marielle. Während ich zuvor sehr stark alleine für meine Entwicklung gesorgt habe, hat Marielle einen ordentlich Schub reingebracht. Unsere persönliche und gemeinsame Entwicklung während unserer Beziehung erstaunt mich immer wieder und es ist etwas auf das ich sehr stolz bin, Teil davon zu sein.
Die drei wichtigsten Dinge im Leben unabhängig von der Situation sind für mich Entwicklung, Loyalität und Freude.

Was sind deine nächsten Ziele?

Marielle: Mein nächstes Ziel ist die Abgabe meiner Masterarbeit (am 29.11.) und das anschließende Glücksgefühl endlich das Thema Studium (neben dem Vollzeit-Job und dem Bloggen) hinter mir lassen zu können. Anschließend möchte ich gemeinsam mit Mike unseren Blog weiter voranbringen, unsere Hochzeit im nächsten Jahr planen und die eine oder andere Unternehmensidee angehen.

Mike: Aktuell möchte ich möglichst viele Erfahrungen an der Grundschule sammeln und meine damit verbundenen Ideen Stück für Stück umzusetzen. Da diese bisher aber nur in meinem Kopf existieren, kann ich dazu leider noch nichts schreiben. Ansonsten möchte ich mit Marielle eine Community rund um unser Thema „Beziehungen und Investitionen“ aufbauen. Was das kommende Jahr angeht hat sie bereits die wichtigsten Punkte genannt.

Denkst du schon über deine Rente nach? Welche Probleme und welche Möglichkeiten siehst du auf dich zukommen?

Marielle: Ich denke schon darüber nach, allerdings gehe ich Stand heute nicht davon aus, Probleme zu haben. Ich habe bereits seit ich 18 bin in die Rentenkasse eingezahlt (duales Studium ;-)) und erhoffe mir somit, dass ich von der staatlichen Rente zumindest einen vergleichsweise hohen Betrag erwarten kann. Zudem gehe ich davon aus, dass ich mit meinen Aktien/ETF-Investments einen guten Plan habe und vielleicht funktioniert ja auch ein Unternehmenskonzept aus der Schublade so gut, dass ich mir keine Sorgen machen muss.

Mike: Zwar habe ich bisher erst einen Monat in die Rentenkasse eingezahlt, allerdings plane ich auch nicht mit einer staatlichen Rente. Zum einen kann ich, wie bereits geschrieben, nicht in die Zukunft schauen, sodass ein „Davonausgehen“ sehr abstrus auf mich wirkt. Zum anderen möchte ich nicht vom Staat abhängig sein – weder jetzt, noch später. Seit letztem Jahr habe ich also damit begonnen selbst für meine Zukunft vorzusorgen und mit den ersten Erfolgen kam auch schon weitere Motivation. Wie bei allem mit einer höheren Kompetenz, kommt bei mir höhere Motivation noch mehr Lernen zu wollen und noch mehr in dem Bereich zu handeln.

Was war dein größter Fehler in deinem bisherigen Finanzleben? Was dein größter Erfolg?

Marielle: Einen größten Fehler finde ich schwer auszumachen, da jeder Fehler auch zu großen Lerneffekten geführt hat. Ein Beispiel ist meine RWE-Aktie. Diese hat mein Vater 2007 gekauft…ich habe mein Depot mit 18 bekommen (das war 2010). Zu dem Zeitpunkt war die Aktie schon enorm gefallen. Ich habe sie jedoch behalten aus dem emotionalen Gedanken heraus, dass er sich schon etwas dabei gedacht haben wird – bis heute ist die Aktie immer weiter gefallen und liegt als Depotleiche bei mir rum. Aber gut, jetzt mit teilweise 90% Wertverlust brauche ich sie auch nicht verkaufen…vielleicht vererbe ich sie irgendwann meinen Kindern als Erinnerung an meinen ersten Börsenfehler oder als Erinnerung an ihren Opa 😉

Mike: Fehler habe ich schon viele gemacht und ich gehe auch weiterhin fest davon aus, Fehler zu machen. Das hilft mir und uns dabei die eigenen Handlungen und Entscheidungen besser beurteilen zu können. Der Reflektionsprozess ist mittlerweile automatisiert und gehört zum Handeln fest dazu. Dadurch lernen wir in kürzester Zeit enorm viel und genießen unsere, damit verbundene, persönliche und gemeinsame Entwicklung.

Was haben dir deine Eltern beigebracht, dass du auch mit anderen teilen willst?

Marielle: Ich weiß nicht, ob sie es mir bewusst beigebracht haben – aber von meinen Eltern habe ich in jedem Fall gelernt sparsam zu sein bzw. die Notwendigkeit von Ausgaben zu überdenken, dass Fleiß und Engagement zu Erfolg führt und dass Arbeit mindestens zu einem gewissen Anteil Spaß machen sollte.

Mike: Das ich alles bekommen kann, was ich will, wenn ich nur ausdauernd und hartnäckig (also fleißig) genug bin. In 2002/2003 hatten sie mich darin bestärkt für zehn Monate in die USA zu fliegen und das obwohl ich panische Flugangst hatte und die Sprache nur sehr rudimentär beherrschte. Damit widersetzen wir uns allen schulischen Empfehlungen und setzten unseren Dickkopf durch. Bis heute ist es die beste Erfahrung in meinem Leben.
Damit einhergeht auch das Bedürfnis nach Eigenverantwortlichkeit. Ich will etwas, dann sollte ich dafür auch bereit sein zu handeln und die entsprechenden Konsequenzen tragen – egal wie diese aussehen mögen.

Wenn du einen Wunsch frei hättest, was würdest du dir wünschen?

Marielle: Ich habe keinen Wunsch… es ist alles gut so wie es ist. Natürlich würde ich mir wünschen mein Papa wäre bei unserer Hochzeit nächstes Jahr dabei. Oder, dass ich irgendwann ein Unternehmen eröffne und es sofort und auf ewig läuft. Und selbstverständlich wünsche ich mir, dass unsere Beziehung noch sehr lange so funktioniert wie jetzt. Allerdings ist wirklich alles gut so wie es ist, beziehungsweise hat alles seinen Grund und führt zu irgendetwas Neuem/Anderem Guten.

Mike: Unsterblichkeit. Das ist zum jetzigen Zeitpunkt das einzige, das ich selbst nicht direkt beeinflussen kann. Was ich beeinflussen kann, ist meine Agilität und Gesundheit, daher ist mein Ziel die 130 Jahre und damit das Aufstellen eines neuen Weltrekordes.
Ansonsten kann ich Marielle nur zustimmen. Ich bin ein totaler Fan von unserem Entwicklungsdrang und unserer Kommunikationsbereitschaft, was sich hoffentlich nicht ändern wird. Die einzige Konstante wäre dann die ständige Weiterentwicklung unserer Beziehung, unseres Umfelds, unserer Unternehmungen und so weiter.

Was möchtest du meinen Lesern als Tipp mitgeben?

Mike: Verliere nie den Spaß an dem was du tust und wenn Du morgens aufstehst und keine Freude auf den Tag verspürst, dann ändere was Du tust.

Marielle: Als Paar empfehle ich Euch viel miteinander zu reden und gemeinsame Ziele zu verfolgen – es macht wahnsinnig glücklich und zufrieden! Und natürlich: Komm uns Mal auf unserem Blog besuchen – wir freuen uns auf Dich!