Nach einer kurzen Pause meiner Interview-Serie werden in den nächsten beiden Wochen 2 weitere Interviews erscheinen. Heute ist Pascal von fyoumoney.de zu Gast. Er betreibt einen sehr interessanten Blog und ich liebe seine tollen Beiträge. Nicht nur streut er sehr lustige GIF’s ein, sondern er schreibt auch Finanz-Satire. Er bringt eine große Portion Humor mit in die Welt der Finanzblogs und ihr solltet auf jeden Fall mal auf seiner Seite vorbeischauen. Doch nun lest selbst, was er über sich zu erzählen hat:

Wer bist du und was machst du?

Hi, mein Name ist Pascal und ich schreibe auf fyoumoney.de zu Themen wie Vermögensaufbau und finanzieller Freiheit. Ich lebe in Berlin und verdiene mir mein Brot in der Accounting-Beratung.

Was ist deine Meinung zum Thema Aktien und Geldanlage?

Vermögensaufbau und Sparen sind unglaublich wichtig und werden trotzdem von vielen Menschen vernachlässigt. Gerade in Zeiten, in denen die Zinsen niedrig sind und man von der gesetzlichen Rente später kaum wird leben können, hat das tiefgreifende Konsequenzen. Der Deutsche (und wohl auch der Österreicher) gilt als guter Sparer aber schlechter Investor. Unsere Sparquote hierzulande ist zwar höher als beispielsweise in den USA, doch die Tendenz ist sinkend. Konsumschulden sind en vogue und werden durch zinsfreie Finanzierungsmöglichkeiten noch gefördert. Dazu kommt, dass des Deutschen liebste Anlageform, das Sparbuch, keine Zinsen mehr abwirft.
Wer sein Geld derzeit für sich arbeiten lassen möchte, der kommt am Aktienmarkt nicht vorbei. Viele Menschen trauen sich jedoch nicht hier aktiv zu werden. Zu komplex und risikoreich erscheint die Börse. Aktien gelten in Deutschland noch immer als Anlageform der Wohlsituierten. Dabei ist der Kapitalmarkt auch Kleinanlegern zugänglich.
Da vom Bankberater heute keine objektive Beratung mehr erwartet wird, scheint es die Aufgabe von Finanzbloggern geworden zu sein, darüber aufzuklären.

Wer ist dein größtes Vorbild und wieso?

Ich glaube ein richtiges Vorbild habe ich nicht. Aber in Sachen Vermögensaufbau könnte man JL Collins als eine Art Vorbild für mich bezeichnen. Der Blog von Collins und vor allem sein Buch „The Simple Path to Wealth“ haben mich für die finanzielle Freiheit begeistert und stellen auch noch heute die Grundlage für meine Anlagestrategie dar.

Was sind für dich die drei wichtigsten Dinge im Leben und wieso?

Puh, das ist deep. Spontan würde ich sagen, die 3 F’s: Freude, Freiheit, Freundschaft/Familie. Nur wenn man Freude an etwas empfindet, ist man motiviert es wirklich gut zu machen. Ziel muss es also sein, möglichst viel Zeit im Leben mit Dingen zu verbringen, die einem mit Freude erfüllen. Freiheit bedeutet mir extrem viel. Das Ziel, die finanzielle Freiheit zu erreichen, ist ja keine leere Hülle. Sie bietet vor allem Unabhängigkeit und schafft Freiraum für die Dinge, die einem wirklich wichtig sind. Zum letzten „F“ – Familie/Freundschaft: Viele der Dinge, die Freude bereiten, machen einfach viel mehr Spaß, wenn man sie mit Menschen teilen kann, die einem wichtig sind.

Was sind deine nächsten Ziele?

Ich möchte meine Investitionsquote aufrechterhalten und meine Anlagestrategie stur weiterverfolgen. Ich finde Ziele wie „Mit 30 Jahren möchte ich 100.000 Euro besitzen“ machen wenig Sinn. Wenn einen Monat vor meinem Geburtstag dann die nächste Finanzkrise kommt, dann kann ich da wenig machen. Ich investiere einfach weiter, immer in dem Glauben, dass die Wirtschaft langfristig immer wachsen wird. Und damit wird auch mein Fyou Money weiter gedeihen.

Denkst du schon über deine Rente nach? Welche Probleme und welche Möglichkeiten siehst du auf dich zukommen?

Mein Vermögensaufbau ist zwar langfristig angelegt aber ich denke dabei nicht konkret an meine Rente. Finanzielle Freiheit bedeutet für mich auch nicht zwingend mit 50 in Rente zu gehen und den Rest meines Lebens in meiner Laube zu hocken. Vielmehr bietet sie mir die Möglichkeit auch mein Erwerbsleben aktiv zu gestalten.
Dennoch bin ich mir bewusst, dass ich von der gesetzlichen Rente nicht viel zu erwarten habe. Es gilt also, so früh wie möglich anzufangen etwas beiseite zu legen und sinnvoll zu investieren.

Was war dein größter Fehler in deinem bisherigen Finanzleben? Was dein größter Erfolg?

Von kostspieligen Fehlern bin ich glücklicherweise verschont geblieben. Mein größter Fehler war vielleicht, nicht noch früher angefangen zu haben. Lange Zeit war ich der Meinung, eine Investition in Aktien würde erst bei hohen Beträgen Sinn machen. Mein größer Erfolg war es wahrscheinlich, einfach mal angefangen zu haben. Klar sah das Depot zu Beginn noch etwas chaotisch aus aber je tiefer ich in die Materie eingestiegen bin, desto mehr begeisterte mich das Thema. Mittlerweile habe ich mir meine Anlagestrategie zurechtgelegt und verfolge sie recht stur.

Was möchtest du meinen Lesern als Tipp mitgeben?

Als Leser von Finanzleiter habt ihr den ersten Schritt in die richtige Richtung bereits getan. Nur ein informierter Anleger trifft sinnvolle Entscheidungen. Doch warte nicht zu lange mit der tatsächlichen Umsetzung, Theorie alleine schafft keine Rendite.
Wenn ihr dann einmal angefangen habt, bleibt euer Linie treu und habt Geduld. Viele Leute werden versuchen euch Dinge aufzuschwatzen, um schneller mehr Rendite zu machen. Doch für den langfristigen Vermögensaufbau braucht ihr weder geheime Aktientipps, noch Chart-Analysen, geschweige denn Optionen. Einfach und stetig, das sollten die Maxime für den Vermögensaufbau sein.