Nachdem wir uns vor kurzem der Motivation gewidmet haben, betrachten wir heute eine von vielen Motivationstheorien: Das Zwei-Faktoren-Modell von Herzberg. In nächster Zeit werde ich einige verschiedene Theorien beschreiben und meine Gedanken dazu für dich aufbereiten. Über die Gültigkeit der verschiedenen Erklärungsversuche lässt sich natürlich streiten, aber im Laufe der Jahre sind einige Motivationstheorien entstanden.

Das Zwei-Faktoren Modell

Wie der Name schon erahnen lässt, teilt diese Motivationstheorie Faktoren in zwei Gruppen ein. Zum einen gibt es Motivatoren und zum anderen Hygienefaktoren. Die Motivatoren sind dafür zuständig die Zufriedenheit zu regeln, also ob wir zufrieden oder nicht zufrieden sind. Motivatoren bestehen aus dem Inhalt einer Aufgabe und dazugehörenden Erwartungen. Konträr dazu bestimmen die Hygienefaktoren, ob wir unzufrieden sind oder nicht. Diese wiederum sind die Bedingungen und dem Umfeld. Was heißt das nun genau?!

In deinem Arbeitsleben hast du viele Hygienefaktoren: Bezahlung, das Verhältnis zu Arbeitskollegen und Vorgesetzen, Sicherheit der Arbeitsstelle und noch viele mehr. Diese beeinflussen deinen Grad der Unzufriedenheit. Treffen alle diese Einflüsse genau deine Erwartungen, dann bist du zwar nicht unzufrieden, aber deine Zufriedenheit wurde nicht verändert. Versuchen wir das Ganze an einem Beispiel zu verdeutlichen. Wenn du einen Job als Reinigungskraft erhältst und dort eine gute Entlohnung, ein tolles Team und angenehme Arbeitszeiten hast, bist du eben nicht unzufrieden. Jedoch erfüllt dich diese Arbeit auch nicht. Genau hier kommen die Motivatoren ins Spiel. Wenn du jetzt noch Erfolg, Anerkennung und Aufstiegsmöglichkeiten bekommst, wird aus diesem Job, der ganz okay scheint, ein richtig toller Job. Du bist absolut zufrieden und in keiner Weise auch nur unzufrieden. Das wäre natürlich das Ideal eines Jobs.

Meine Gedanken zur Motivationstheorie

Als ich in meinem Unikurs von dieser Theorie hörte, kamen mir einige Gedanken. Wenn es doch so einfach ist, wieso versuchen Firmen nicht diese verschiedenen Faktoren so zu verändern, dass ihre Mitarbeiter alle motiviert sind? Kann wirklich so eine strikte Trennung zwischen Motivatoren und Hygienefaktoren gezogen werden? Was würde ich als Führungskraft von dieser Theorie halten und was als Mitarbeiter?

Für mich habe ich diese Antworten gefunden: In unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem sind die meisten Unternehmen auf Profitmaximierung aus. Dabei schwebt den meisten Führungspersonen vor, dass Kostensenkung das Non-plus-Ultra der Gewinnerhöhung ist. Dabei können nicht alle Erwartungen von Mitarbeitern getroffen werden. Die meisten Unternehmen vergessen dabei, dass sie auch an den Motivatoren schrauben können. Gerade diese schaffen eine tolle Unternehmenskultur und eine hohe Zufriedenheit für die einzelnen Mitarbeiter. Deswegen sind gut ausgebildete Führungskräfte für jedes Unternehmen so erstrebenswert. Diese oder dieser soll mir Lob und Tadel führen. Wir alle kennen das, wenn wir Erfolg haben und von unserer/n Vorgesetzte/n gelobt werden. An solchen Tagen schaffe ich immer mehr an Aufgaben als an anderen!

Ein weiterer Kritikpunkt an dieser Theorie besteht für mich darin, dass nicht klar zwischen Hygienefaktor oder Motivator unterschieden werden kann. Geld kann meiner Meinung nach ein kurzfristiger Motivator sein. Auf längere Sicht hingegen ist es auf jeden Fall ein Hygienefaktor. Ebenso müssen Aufstiegsmöglichkeiten nicht für jeden ein Zufriedenheitsfaktor sein. Somit denke ich, dass eine klare Trennung zur Unterscheidung der Faktoren nicht gezogen werden kann.

Fazit Zwei-Faktoren-Modell

Meiner Ansicht nach hilft diese Motivationstheorie zu verstehen, dass nicht alle Einflüsse gleich wichtig sind und es eine Unterscheidung zwischen Unzufriedenheit und Zufriedenheit gibt. Dabei bietet es Ansätze um eine höhere Motivation zu schaffen und negative Einflüsse zu beseitigen. Ich denke, dass jede Führungskraft und jedes Unternehmen von dieser Theorie gehört haben sollte. Damit könnte eine neue Ansicht geschaffen werden. Gerade das Schrauben an den Motivatoren finde ich sehr interessant.

Was sagst du zu dieser Theorie? Was treibt dich in deinem Job an? Welche Hygienefaktoren und welche Motivatoren kannst du für dich ausmachen?