Hallo zu meinem heutigen Beitrag über Derivate!
Wer sich die bisherigen Anlageklassen noch nicht zu Gemüte geführt hat, hier nochmal der Verweis zu den einzelnen Beiträgen:

Zu Beginn müssen wir mal nachforschen und feststellen, was denn überhaupt Derivate sind. Derivate sind Termingeschäfte, welche sich auf bestimmte Basiswerte beziehen. Der Begriff Derivate kommt aus dem lateinischen und bedeutet „ableiten“. Dies ist so zu verstehen, dass sich dieses Finanzinstrument auf den Aktienkurs eines Unternehmens bezieht und davon der Wert des Derivats ableitet. Bald wird ein eigener Artikel veröffentlicht mit einem Beispiel zu Derivaten und wie man damit handelt.

Formen von Derivate

Doch zuerst halten wir die verschiedenen Formen von Derivaten fest. Futures, Swaps, Optionen und Structured Assets zählen zu dieser Anlageklasse, wo jede Unterkategorie eine Differenzierung eines Termingeschäfts darstellt. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass sie von bestimmten Basiswerten abhängig sind. Als Basiswert können Wertpapiere, Geldmarktinstrumente, Zinssätze, Waren- oder Rohstoffpreise und Devisen. Davon werden dann die Derivate abgeleitet, wodurch ein gehebeltes Produkt entsteht, an welchem die Schwankungen des Basispreises viel stärker auf den Preis einwirken.

Futures

Futures sind Termingeschäfte. Dies bedeutet, dass die Parteien (Käufer und Verkäufer von Futures) einen Preis für ein bestimmtes Produkt zu einem bestimmten Zeitpunkt aushandeln. Dieser Future-Kontrakt beinhaltet also: den zugrundeliegenden Basiswert, die Menge des gehandelten Basiswertes, den zu zahlenden Preis, den Zeitpunkt der Erfüllung des Vertrages und die Art der Erfüllung (Lieferung oder Barausgleich). Lieferung bezeichnet dabei das übergeben von den Basiswerten, während mit Barausgleich nur die Zahlung des Betragsunterschieds durch Geld gemeint ist. Beim Abschluss von Futures fallen aber keine Gebühren an. Jedoch muss ein Anteil als Anzahlung geleistet werden. Dieser beträgt meist 5% des Gesamtbetrages und wird Initial Margin genannt.

Swaps

Bei einem Swap handelt es sich um ein Tauschgeschäft. Dabei handeln zwei Parteien einen Basiswert, welcher zu einem festgelegten Zeitpunkt wieder zurückgetauscht wird. Dabei kann es natürlich passieren, dass sich in der Zwischenzeit der Basiswert verändert hat. Hier ein kurzes Beispiel für einen Swapdeal.

Optionen

Sehr ähnliche Konstrukte wie Futures sind Optionen. Es müssen dieselben Inhalte vorhanden sein. Der Unterschied besteht jedoch darin, dass Optionen nicht eingehalten werden müssen. Man kann am Laufzeitende entscheiden, ob man die Optionen ausübt oder verstreichen lässt. Somit stellt dieser Vertrag eher ein Recht als eine Pflicht dar wie die Futures. Zu unterscheiden sind noch die beiden Händler von Optionen. Derjenige, der eine Optionen bereitstellt, nennt sich Stillhalter, der andere ist der Optionsinhaber. Beim Zustandekommen eines Optionsvertrages zwischen den beiden bezahlt der Inhaber dem Stillhalter eine Optionsprämie. Somit erhält dieser eben das Recht zu bestimmen, ob eine Option ausgeübt wird oder nicht. Ebenso gibt es zwei Standard-Optionen: Call oder Put. Bei einem Call verpflichtet sich der Stillhalter den zugrundeliegenden Basiswert zu einem fixen Preis zu kaufen. Bei einem Put verkauft der Stillhalter dem Inhaber den ausgemachten Basiswert. Ein genaueres Beispiel wird mein Bloggerkollege Chri von Easydividend in einem Gastbeitrag veröffentlichen.

Structured Assets

Structured Assets sind Produkte, welche Finanzinstitute verkaufen, um Liquidität zu schaffen. So können Banken zum Beispiel Kredite, die sie vergeben haben, an andere weiterverkaufen und so dafür sofort Geld zu erhalten. Die Finanzkrisen 2008 wurde durch Formen von Structured Assets eingeleitet. Dabei bündelten Banken ausfallgefährdete Kredite (bzw. Hypotheken) zu einem Structured Asset mit dem Namen CDO’s(=collateralized debt obligations). Da viele verschiedene Kredite darin enthalten waren, bekamen CDO’s durch eine hohe Diversifikation ein Triple AAA-Rating (dies bezeichnet das Risiko für den Ausfall einer Anlage). Die Kredite waren aber dennoch stark ausfallgefährdet und also die ersten paar CDO’s stark an Wert verloren, wollte jeder diese wiederverkaufen, was zu einem Kapitalproblem der Banken und zur weltweiten Finanzkrise führte.

Fazit

Alle Derivate sind spekulative Anlageinstrumente. Da es unmöglich ist kurzfristige Verhalten von Aktien oder Rohstoffmärkten vorherzuahnen, bergen Derivate ein höheres Risiko als Aktien, Anleihen oder Sparbücher. Auf der anderen Seite ist der Gewinn natürlich auch größer. Zum Handeln von Derivaten sollte schon gehörig Vorwissen vorhanden sein, denn Anlagefehler können hier sehr viel Geld kosten.

Hast du schon mal von bestimmten Derivaten gehört? Oder handelst du sogar schon mit ihnen? Ist alles verständlich was du hier gelesen hast, oder hättest du gern genauere Beschreibungen?