Nicht nur unsere Eigenschaften sondern auch unser Verhalten und dabei besonders unser Denken beeinflusst unser Lebensumfeld. Dabei spielt das menschliche Miteinander eine große Rolle und meine Sicht dazu werde ich euch heute schildern.

Das Miteinander

Du hast bestimmt auch in deiner Jugend Freunde zu dir eingeladen oder bist eingeladen worden. Egal ob zum Sandburgen bauen, Versteck spielen oder die Natur erkunden. Überall waren die Dinge viel interessanter, wenn sie mit Freunden gemeinsam erlebt wurden als alleine. Dieser Zusammenhalt, den ich und ich hoffe auch du erfahren durfte, hat sich in unseren Köpfen verankert. Wir haben gelernt, dass man in einem Team mehr erreicht als alleine. Auch im Erwachsenenalter schließen wir uns Teams an oder Gruppen an, um mehr zu erreichen und besser zu sein. Wie jedoch unterscheidet sich ein erfolgreiches Team von einem anderen? Wie kann ich ein erfolgreiches Team zusammenstellen? Was kann ich zum Erfolg beitragen?

Erfolgreiches Miteinander

Erfolg bedeutet in diesem Zusammenhang für mich, dass das Team sein Ziel erreicht und dabei mit Motivation, Spaß und Effektivität den Weg bestreitet. Dabei durchläuft jede Gruppe bestimmte Phasen. In jeder dieser Phase bleiben Gruppen unterschiedlich lange. Gerade erfolgreiche Gruppen durchschreiten diese schnell und erreichen damit effizienter ihr Ziel. Wenn du dich dieser Phasen bewusster wirst, hast du auch die Möglichkeit das miteinander erfolgreicher zu gestalten. Bruce W. Tuckman hat diese Theorie über Gruppen festgehalten und die Phasen wie folgt benannt: Forming, storming, norming, performing und adjourning.

Forming

Zu Beginn besteht ein Problem oder ein Ziel, welches gelöst bzw. erreicht werden soll. Dazu wird ein Team geformt und die Mitglieder müssen sich kennenlernen. Dabei versuchen die einzelnen Gruppenmitglieder ihre Grenzen auszuloten. Diese Phase kann natürlich beschleunigt werden, wenn sich die Gruppen schon im Vorhinein kennen. Wenn ein neuer Spieler in einen Verein kommt und dieser schon einen anderen Spieler vorher kennt, geling es ihm meist schneller sich in die Gruppe zu integrieren. Ebenso werden die Rollen innerhalb der Gruppe verteilt. Eine Führungsperson kristallisiert sich meistens heraus, welche das miteinander lenkt und leitet.

Storming

In diesem Prozess entstehen immer wieder Konflikte, da jeder eine bestimmte Rolle gern innehätte. Dabei agieren wir mit viel Emotion und das wirbelt das Teamgefüge nochmal gehörig durcheinander. Bis alle dann mit ihrer Position zufrieden sind, kann ein Team noch nicht produktiv sein. Stell dir mal vor ein Defensivspieler im Verein denkt er müsste die meisten Tore schießen. Das würde nicht funktionieren, ohne dass er seine Hauptaufgabe als Defensiver (= Tore verhindern) vernachlässigt. Somit würde die Gruppe oder die Führungsperson ihm seine Aufgaben nochmal erklären und falls dies zu keiner Besserung führt, würde er eine andere Position zugewiesen bekommen.

Norming

Doch was erwartet denn die Gruppe von einem? Welches Verhalten nach außen ist denn akzeptabel? In der „norming“-Phase werden genau die Antworten auf diese Fragen beantwortet. Es werden Regeln festgelegt und dies geschieht über gruppeninterne Sanktionen. Gerade verachtende Blicke und andere nicht direkt ausgesprochene Verhaltensweisen gegenüber normenverletzende Mitglieder wirken stärker als zum Beispiel Geldstrafen. Zusätzlich folgt auch eine Abgrenzung der Gruppe nach außen gegenüber anderen Personen und Teams.

Performing

Da nun die größten Schwierigkeiten beseitigt sind, kann das Team versuchen ihr Ziel zusammen zu erreichen. Dabei ist die Produktivität in dieser Phase am höchsten, denn die Rollen sind klar verteilt und die einzelnen Mitglieder arbeiten an ihren Aufgaben. Die einzelnen Teile werden immer wieder zusammengefügt und überprüft, ob sich das Team noch auf dem richtigen Weg befindet.

Adjourning

Nach der Lösung des Problems oder wenn das vereinbarte Ziel erreicht wurde, muss sich jede Gruppe fragen, ob die Gruppe noch weiter bestehen soll oder nicht. In gefühlten 90% meiner Erfahrungen haben sich Gruppen, denen ich angehört habe, aufgelöst und nur mit einzelnen Personen habe ich noch Kontakt.

Fazit

Ich hoffe, dir heute einen Einblick geboten zu haben, welche Phasen Gruppen durchlaufen. Denn ein erfolgreiches Miteinander kannst du als Mitglied einer Gruppe immer mitgestalten, egal in welcher Rolle du dich befindest. Ebenso sollst du wissen, dass es wichtig ist die ersten 3 Phasen gründlich zu vollziehen. Denn, wenn die Rollen und Aufgaben klar verteilt sind, wird in der „performing“-Phase alles ziemlich leicht und effizient von statten gehen. Ebenso kann es immer wieder mal vorkommen, dass Gruppen wieder Phasen zurückspringen müssen um gut zu funktionieren.

In welchen Gruppen befindest du dich? Kannst du aus deiner Erfahrung bestätigen, dass es diese Phasen immer gibt?

Weiterführende Links

Managerseminare.de Phasen
wirtrainieren.de Phasen + Handlungsempfehlungen
>Youtube-Video<