Ein weiterer Beitrag in der Serie Anlageklassen. Wer mehr zu Aktien oder Anleihen erfahren möchte muss nur auf die verlinkten Wörter klicken.
Dieser Beitrag beschreibt den Geldmarkt und dessen Instrumente.

Geldmarkt

Dabei tut sich natürlich die Frage auf, was genau unter Geldmarkt zu verstehen ist. Dabei möchte ich auf §70 InvFG verweisen:

(1) Als Geldmarktinstrument (§ 3 Abs. 2 Z 14) gilt ein Finanzinstrument, das üblicherweise auf dem Geldmarkt gehandelt wird, wenn zumindest eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
1. Das Finanzinstrument hat bei der Emission eine Laufzeit von bis zu 397 Tagen;
2. es hat eine Restlaufzeit von bis zu 397 Tagen;
3. seine Rendite wird regelmäßig, mindestens aber alle 397 Tage entsprechend der Geldmarktsituation angepasst;
4. sein Risikoprofil, einschließlich Kredit- und Zinsrisiko, entspricht dem Risikoprofil von Finanzinstrumenten, die eine Laufzeit gemäß Z 1 oder Z 2 aufweisen oder einer Renditeanpassung gemäß Z 3 unterliegen.

Produkte dieser Anlageklasse sind: Depositenzertifikate, Kassenobligationen und Commercial Papers. Doch was genau sind das für Anlagemöglichkeiten?

Depositenzertifikate

Ein Depositenzertifikat (engl.=Certificate of Deposit) ist ein von der Bank ausgegebenes, fest verzinstes Wertpapier. Diese Anlage ist einem Sparbuch sehr ähnlich, nur der garantierte Fixzins unterscheidet es. Eine Form von Depositenzertifikate sind Festgeldanlagen. Ich selbst habe ein Onlinesparbuch, welches auf eine fixe Laufzeit mit fixem Zinssatz gebunden ist. Dieses Geldmarktinstrument bietet den Banken die Möglichkeit kurzfristig Liquidität zu schaffen, indem es für fixgebundene Anlagen einen höheren Zinssatz bezahlt als auf dem Sparbuch üblich.

Kassenobligationen

Ziemlich ähnlich sind Kassenobligationen. Dabei können nicht nur Banken, sondern auch Versicherungen und Länder gebundene Anlageformen ausgeben. Das österreichische Beispiel dazu sind Bundesschätze, in Deutschland sind es Bundesschatzbriefe. In dieser Geldanlage steigen die Zinsen mit der Laufzeit an. Dabei gibt es verschiedene sowohl ausschüttende (Zinsen werden am Jahresende bezahlt) als auch thesaurierende (Zinsen werden zur Nominale hinzugezählt) Ausgestaltungen.

Commercial Papers

Um auch großen Unternehmen die Möglichkeit zu bieten sich durch Geldmarktinstrumente kurzfristige Kredite zu sichern, gibt es Commercial Papers. Die Voraussetzungen für Unternehmen ist dafür ein exzellentes Rating der Kreditwürdigkeit. Die Laufzeit können von den Unternehmen selbst gewählt werden und laufen zwischen 30 und 270 Tagen. Der Vorteil für die Anleger besteht darin, dass diese Papiere auf dem Sekundärmarkt gehandelt werden können. Somit besteht die Möglichkeit das Geld schon vor Laufzeitende wieder zu erhalten.

Fazit

Der Geldmarkt ist ein wichtiger Bestandteil unseres Geldsystems, jedoch ist er bei weitem nicht so bekannt wie Aktien oder Anleihen. Dabei bieten Instrumente dieser Anlageklassen eine relativ sichere Möglichkeit sein Geld zu vermehren. Die Zinsen bzw. die Rendite besteht aus den Zinszahlungen und dem Gewinn bei Wiederverkauf am Sekundärmarkt. Ebenso sind die Laufzeiten begrenzt und somit bekommt man das investierte Geld relativ schnell wieder.
Auch ich habe mich nur sehr wenig mit dieser Form der Anlage beschäftigt. Durch meinen Unikurs und diesem Beitrag habe ich nun mehr darüber erfahren und investiere, wie oben schon erwähnt, in Geldmarktinstrumente. Jedoch liegt der Zinssatz aus meinen Erfahrungen nur geringfügig über dem vorherrschenden Sparbuchzinssatz.
Ich hoffe, dass ich wieder etwas Licht in den Anlagedschungel bringen konnte. Für weitere Informationen stelle deine Fragen einfach als Kommentar darunter.

Hast du dich schon vorher mit dieser Anlageform beschäftigt? In welchen Situationen findest du diese Art von Investitionen sinnvoll?